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Der richtige Zeitpunkt. Für jede einzelne deiner Karten.

Qardbox plant deine Wiederholungen mit FSRS-6, einem Verfahren, das für jede einzelne Karte schätzt, wann du sie voraussichtlich vergessen wirst. Und den nächsten Termin setzt es dann kurz davor, also genau in dem Fenster, in dem sich das Abrufen noch anstrengend anfühlt und trotzdem gelingt.

Warum kurz vor dem Vergessen

Wiederholst du zu früh, sitzt der Stoff ohnehin noch, und wiederholst du zu spät, ist er längst weg. Dazwischen liegt ein Fenster von einigen Tagen und genau dieses Fenster trifft FSRS für dich und zwar Karte für Karte.

Der Planer schätzt dafür laufend, wie wahrscheinlich du dich an eine Karte gerade noch erinnerst. Diese Wahrscheinlichkeit sinkt mit jedem Tag und sie sinkt für jede Karte unterschiedlich schnell. Den nächsten Termin setzt Qardbox auf den Tag, an dem sie auf 90 Prozent gefallen ist. Das Bild darunter zeigt an einer einzelnen Karte, was dabei über fünf Wiederholungen herauskommt.

Darum wachsen deine Abstände mit der Zeit ganz von allein. Eine Karte, die du dreimal sicher wusstest, kommt erst in Wochen wieder und eine, bei der du immer wieder hängst, siehst du schon am nächsten Morgen.

Abstand bis zur nächsten Wiederholung498 Tagenach der fünften Wiederholung, wenn du sie jedes Mal weißt
Wie die Abstände wachsen, und was ein Vergessen kostet110100Tage21.112.463.1634.4985.

jedes Mal gewusstbeim dritten Mal vergessen

Gerechnet mit denselben Formeln, die auch in der App laufen, und gegen deren Prüfdaten abgeglichen. Die Balken zeigen eine einzelne neue Karte über fünf Wiederholungen. Beispielwerte, keine erhobenen Nutzungsdaten.

Die Abstände wachsen dabei nicht gleichmäßig, sondern jedes Mal um ein Vielfaches. Wer eine Karte fünfmal hintereinander weiß, sieht sie zuletzt erst nach anderthalb Jahren wieder. Ein einziges Vergessen bei der dritten Wiederholung wirft sie von 46 Tagen auf 3 zurück, und von dort wächst sie erneut.

Das ist keine Strafe, sondern die Folge derselben Rechnung. Wenn du eine Karte vergessen hast, war deine Erinnerung schwächer als geschätzt, und der Planer setzt die Stabilität entsprechend nach unten. Danach steigt sie schneller wieder an, als sie es beim ersten Mal getan hat.

Die Stabilität ist der Abstand

Die 90 Prozent sind kein gerundeter Daumenwert, sondern der Angelpunkt der ganzen Rechnung. Setzt du in die Formel den Tag ein, der der Stabilität einer Karte entspricht, kommt exakt 0,9 heraus. Die Stabilität einer Karte ist also nichts anderes als die Zahl der Tage bis zu genau diesem Punkt und beide Begriffe bezeichnen im Grunde dieselbe Sache mit zwei verschiedenen Wörtern.

Daraus folgt der einfachste Satz, den man über diesen Planer sagen kann. Der Abstand bis zur nächsten Wiederholung ist die Stabilität in Tagen und auf ganze Tage gerundet. Steht eine Karte bei 21, dann siehst du sie genau in 21 Tagen wieder.

Diese 90 Prozent liegen in Qardbox fest und lassen sich nicht verstellen. Ein niedrigerer Wert würde deine Abstände strecken und dir weniger Wiederholungen bescheren und dafür mehr Lücken hinterlassen. Diese Abwägung nimmt dir die App vollständig ab und du musst dich nie mit ihr befassen.

Woher FSRS kommt und wer dahintersteht

FSRS steht für Free Spaced Repetition Scheduler und ist ein offen veröffentlichtes, datenbasiertes Verfahren zur Wiederholungsplanung, das ohne festes Kartenkasten-Schema auskommt. Qardbox setzt FSRS-6 eigenständig nach der Spezifikation um. Und Quellcode der Referenzumsetzung wurde dabei nicht übernommen.

Spezifikation und Referenzumsetzungen: Jarrett Ye und andere, open-spaced-repetition, Lizenz MIT und Apache 2.0.

Worauf die Lernprinzipien beruhen

Sie beruhen auf gut belegter Gedächtnisforschung: der Spacing-Effekt besagt, dass du verteilt lernen sollst statt am Stück, und der Testing-Effekt besagt, dass du abrufen sollst statt einfach nur wiederzulesen. Und wünschenswerte Erschwernisse heißen, dass ein bisschen Widerstand beim Abrufen dir hilft.

Der erste Nachweis dazu ist alt. Hermann Ebbinghaus hat 1885 an sich selbst gemessen, wie schnell Gelerntes wieder verblasst, und Jaap Murre und Joeri Dros haben seinen Versuch 2015 wiederholt und bestätigt. Was Ebbinghaus dabei fand, ist allerdings die Ersparnis beim Wiederlernen und nicht der Anteil, den du noch weißt.

Jaap M. J. Murre und Joeri Dros: Replication and Analysis of Ebbinghaus’ Forgetting Curve. PLOS ONE 10(7), 2015.

Ein Versprechen leitet Qardbox daraus nicht ab. Wie gut du lernst, hängt an deinem Stoff und an deiner Regelmäßigkeit. Und Qardbox kümmert sich allein um den Zeitpunkt.

Für alle, die es lieber genau wissen wollen

Es gibt Lernprogramme, die dir sagen, dass sie schlau planen, und dabei offen lassen, wonach. Du findest hier alles, was du zum Nachrechnen brauchst. Das Verfahren ist veröffentlicht und die Formel steht auf dieser Seite und die Zahlen im Bild darüber sind damit gerechnet.

Die Prinzipien dahinter kommen nicht aus einer Produktidee, sondern aus der Gedächtnisforschung, und der älteste Beleg dafür ist über hundert Jahre alt. Was Qardbox daraus ableitet, ist ausdrücklich kein Wirkversprechen, denn wie gut du am Ende lernst, hängt an deinem eigenen Stoff und an deiner Regelmäßigkeit.

Die Begriffe, die in der App vorkommen

Diese Wörter tauchen dir in der App immer wieder auf. Und jedes von ihnen hat hier eine eigene Sprungadresse, auf die du verweisen kannst.

Fällig
Eine Karte ist fällig, wenn ihr geplanter Wiederholungstermin erreicht ist. Fällige Karten kommen zuerst dran.
Neu
Karten, die du noch nie gelernt hast. Sie haben noch keinen geplanten Termin. Sobald du sie zum ersten Mal beantwortest, nimmt FSRS sie in die Terminplanung auf.
Wiederholung
Jede beantwortete Karte zählt als eine Wiederholung. Das ist dasselbe wie eine gelernte Karte.
Stabilität
Die Zahl der Tage, nach denen deine Erinnerung an eine Karte auf 90 Prozent gefallen ist. Sie ist damit zugleich der Abstand bis zur nächsten Wiederholung, auf ganze Tage gerundet. Eine neue Karte hat eine Stabilität von wenigen Tagen. Je öfter du sie richtig beantwortest, desto länger hält sie, und vergisst du sie, fällt sie stark zurück. In der Auswertung der App steht sie unter dem Wort Haltbarkeit.
Schwierigkeit
Wie schwer dir eine bestimmte Karte dauerhaft fällt. Sie ändert sich langsam und beeinflusst, wie stark die Stabilität bei richtigen Antworten wächst.
Behaltensrate
Der Anteil deiner Antworten, die richtig waren, gemittelt über je sieben Tage. Rund 90 Prozent sind das Ziel des Algorithmus.
Gemeistert
Eine Karte gilt als gemeistert, wenn sie so stabil sitzt, dass der nächste Termin rund einen Monat oder weiter entfernt liegt und du sie mehrfach richtig beantwortet hast.

Wann Qardbox die Planung nachjustiert

Ab einer gewissen Erfahrung ersetzt Qardbox die Standardwerte durch deine eigenen. Der erste Meilenstein liegt bei 512 Bewertungen mit Tagesabstand, danach folgen 1024, dann 2048 und von da an immer die nächste Verdopplung. Und die Abstände wachsen mit Absicht: je mehr Daten schon da sind, desto weniger ändert eine einzelne Runde.

Gerechnet wird dabei auf deinem Gerät und deine eigenen Werte übernimmt Qardbox nur dann, wenn sie am Ende besser zu deinem Lernverhalten passen als die geprüften Standardwerte. Und den Verlauf siehst du selbst unter Einstellungen, Lernen, Personalisierte Lernplanung.

Bewertungen mit Tagesabstand

1.024

Meilenstein erreicht

Einzelkarten dahinter

312

Beispielwerte. Diese beiden Zahlen stehen in der App unter Einstellungen, Lernen, Personalisierte Lernplanung, Verlauf.

Warum nur Bewertungen mit Tagesabstand zählen

Ziehst du dieselbe Karte zweimal am selben Tag, zählt davon nur eine. Was du zehn Minuten später noch weißt, sagt nämlich wenig darüber aus, ob du es in zwei Wochen auch noch weißt. Und für die Planung zählt allein der Abstand über Tage hinweg, weil sich erst dort zeigt, was wirklich hängen geblieben ist.

Alle Fragen zu FSRS und den Begriffen