Bedienungshilfen, und wo ihre Grenzen liegen
Qardbox erklärt in App Store Connect sieben Bedienungshilfen. Diese Seite sagt bei jeder einzelnen, wie sie in der App funktioniert, und danach, was die App nicht leistet. Du sollst vor dem Laden wissen, woran du bist, und nicht erst danach.
Die sieben erklärten Merkmale
Apple verlangt, dass jede erklärte Funktion alle üblichen Aufgaben allein abdeckt: die Lernrunde, den ersten Start und die Einstellungen. Das ist der Maßstab, an dem die sieben unten gemessen sind, und geprüft wurde am Gerät.
- VoiceOver
- Die Lernkarte ist EIN Element mit vier Aktionen: Umdrehen, Gewusst, Nicht gewusst, Merken. Damit hat jede Wischgeste eine gleichwertige benannte Alternative, und kein Lernschritt hängt an einer Geste. Die Diagramme des Statistik-Tabs tragen Beschriftung und Wert je Datenpunkt, dazu einen Audiograph im Rotor. Der Fokus wird dort gesetzt, wo Inhalt an Ort und Stelle erscheint, etwa bei der nächsten Karte nach einer Bewertung.
- Sprachsteuerung
- Alle Bedienelemente sind native SwiftUI-Elemente und erben ihre sprechbaren Namen aus denselben Beschriftungen wie VoiceOver. Die Karte selbst ist über benannte Aktionen ansprechbar: „Tippe Gewusst“ greift auch dann, wenn die Bedienleiste gerade ausgeblendet ist. Genau das ist am Gerät nachgefahren worden.
- Größerer Text
- Die Oberfläche folgt den dynamischen Textstilen bis zur höchsten Stufe, die iOS anbietet. Die Lernkarte verkleinert den Text zuerst und wird bei Überlauf scrollbar, statt ihn abzuschneiden. Die Diagrammhöhen wachsen mit, statt fest zu stehen.
- Dunkle Benutzeroberfläche
- Ein durchgehendes dunkles Schema mit eigenen Farbwerten, nicht eine automatische Umkehrung. Hell, Dunkel und Systemvorgabe lassen sich zusätzlich in den Einstellungen der App wählen.
- Nicht nur durch Farben differenzieren
- Gewusst und Nicht gewusst tragen Symbol UND Wort, nicht nur Grün und Rot. Im Datenschutzboard unterscheiden sich die Zeilen zusätzlich in der Form des Symbols. Beim Fächeranteil steht unter dem Diagramm eine Liste mit Farbpunkt, Name als Text und Zahl: Der Name trägt die Information, nicht die Farbe.
- Ausreichender Kontrast
- Die Oberfläche nutzt semantische Systemfarben und reagiert auf „Kontrast erhöhen“: Flächen werden dann flach statt mit Verlauf gezeichnet, und zurückhaltende Töne werden kräftiger. Die Symbolfarbe auf einer Fachfläche wird zur Laufzeit gerechnet und nicht gesetzt, nach der Leuchtdichteregel von WCAG.
- Reduzierte Bewegung
- Der Kartenflip wird zur Überblendung, das Wegwischen zum Ausblenden, und Ringpuls, Akkordeon und Feier entfallen. Materialflächen werden bei „Transparenz reduzieren“ deckend.
Unterstützender Zugriff
Das ist eine Funktion von iOS, die das ganze Gerät auf wenige große Bedienelemente reduziert. Qardbox bringt dafür eine eigene, ruhige Oberfläche mit: Fach wählen, Frage lesen, Antwort aufdecken, bewerten, beenden.
Der Lernfortschritt ist dabei derselbe wie in der vollen App, denn die Bewertung läuft über denselben Weg wie Wisch und Aktionstaste. Was dort fehlt, fehlt mit Absicht: Filter, Statistik, Einstellungen und Merken.
Wer hier was einschaltet
Qardbox schaltet niemals eine Bedienungshilfe von iOS selbst ein. Jede Zeile in den Einstellungen sagt, wer die Sache leistet, und die vier Zustände sehen gleich aus; sie unterscheiden sich nur im Bedienelement.
Die Regel dahinter steht in der App an genau einer Stelle: die wirksame Einstellung ist der Systemzustand ODER der lokale Schalter. Ein lokaler Schalter ergänzt, überstimmt nie.
Neun eigene Schalter, alle ab Werk aus
Über die sieben Merkmale hinaus hat Qardbox eine eigene Fläche mit neun Schaltern: Bedienelemente hervorheben, Bewegung reduzieren, Mindest-Schriftgröße, Fetter Text, Farben umkehren, Kontrast erhöhen, Transparenz reduzieren, sichtbare Alternative zu jedem Wischen und reizreduzierte Darstellung. Ohne aktive Bedienungshilfe und ohne gesetzten Schalter verhält sich die App genau wie zuvor.
Fünf Grenzen, benannt statt verschwiegen
Diese Stellen leisten weniger, als man erwarten könnte. Sie stehen hier, damit niemand sie für ein Versehen hält.
- „Bedienelemente hervorheben“ wirkt nicht auf Werkzeugleisten. Der Knopfstil quetscht dort die Beschriftung zusammen, deshalb bleiben zwanzig Leistenknöpfe Systemknöpfe. iOS behandelt sie bei aktiven Tastenformen ohnehin selbst.
- „Fetter Text“ erreicht keinen Text, der seine Stärke selbst vorgibt. Überschriften bleiben unverändert; die Zeile in den Einstellungen sagt das.
- Das Widget wertet die Bedienungshilfen-Schriftgröße nicht aus. Widgets zählen bei den Angaben getrennt, deshalb schränkt das die Zusage oben nicht ein.
- Die orange Widget-Variante liegt wissentlich unter dem AA-Kontrast. Sie betrifft eine dekorative Fläche, keinen Text und kein Bedienelement, und ist im Code als bewusste Ausnahme festgehalten.
- Orange als Tagesakzent erreicht im Hellmodus 2,98 zu 1 und verfehlt damit die 3 zu 1 für grafische Objekte, als einzige Farbe der Vorgabe-Palette. Die Akzentfarbe landet nur auf Grafik, nie auf Text; wer sie auch dort braucht, schaltet den hohen Farbkontrast ein.
Im Unterricht
In Klassen, in denen mit VoiceOver, Sprachsteuerung oder sehr großer Schrift gearbeitet wird, scheitert Lernsoftware oft an Kleinigkeiten: eine Geste ohne Alternative, ein Text, der abgeschnitten wird. Beides ist hier von Anfang an mitgebaut worden.
Ohne Konto und ohne Anmeldung ist ein einzelnes Gerät sofort nach dem Laden einsatzbereit, und weil der Unterstützende Zugriff auf demselben Kartenbestand arbeitet, sitzen alle in einer Gruppe auf demselben Stand.
Was das für Schulen und Förderunterricht bedeutet, steht auf Für Kinder und Schulen.